{"id":37,"date":"2014-10-29T13:32:10","date_gmt":"2014-10-29T12:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.der-pragmatiker.com\/?p=37"},"modified":"2014-11-03T14:33:35","modified_gmt":"2014-11-03T13:33:35","slug":"der-sinnfreie-vergleichende-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-pragmatiker.com\/?p=37","title":{"rendered":"Der sinnfreie vergleichende Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sich mit anderen Menschen im Sinne von &#8222;besser oder schlechter&#8220; zu vergleichen oder von Dritten mit anderen Menschen verglichen zu werden, ist in etwa so absurd, als ob man ein Dreirad f\u00fcr Kleinkinder mit einem Formel 1 Boliden vergleicht. Es geht einfach nicht. Es gibt kein besser, schlechter, sch\u00f6ner oder h\u00e4sslicher zwischen den beiden. Das Einzige, was Dreirad und Rennbolide gemeinsam haben, ist, dass man sich mit ihnen sitzend fortbewegen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.der-pragmatiker.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/menschen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-41\" src=\"https:\/\/www.der-pragmatiker.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/menschen.jpg\" alt=\"menschen\" width=\"258\" height=\"184\" \/><\/a>Ein vergleichender Wettbewerb mit anderen Menschen, nur um herauszufinden wer besser, erfolgreicher (f\u00fcr die Firma), sch\u00f6ner oder sonst was ist, geh\u00f6rt in die Rubrik &#8222;Kurioses aus der Steinzeit&#8220;.<\/p>\n<p>Viele Male im Leben werden wir konfrontiert mit Aussagen wie:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Schau hin, die oder der ist besser\/schlechter als du,<\/li>\n<li>Im Vergleich zu Herrn\/Frau X sind Sie ein besserer\/schlechterer Verk\u00e4ufer, Abteilungsleiter, Angestellter,<\/li>\n<li>im Vergleich zu XY bist du ein besserer\/schlechterer Lebenspartner\u2026 und so weiter und so fort.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Aussagen sind nur insofern legitim, als dass es sich um subjektive und oberfl\u00e4chliche Beurteilungen eines Menschen handelt. Und sie sollten auch nur als solche aufgenommen werden.<br \/>\nEs ist einfach nur die Information eines Menschen die einen erreicht. Sie kann dienlich sein \u2013 oder auch nicht. Sie soll aber auf keinen Fall als negativ oder sch\u00e4dlich empfunden und aufgenommen werden. Das bringt nur den Verlust von Selbstvertrauen, f\u00f6rdert eine schwache Pers\u00f6nlichkeit oder ruft Stressreaktionen, Burnout, \u00dcberlebens\u00e4ngste, Minderwertigkeitskomplexe, Neid, Eifersucht und Hass hervor. Jedoch st\u00e4ndig als &#8222;besser als der\/die andere&#8220; deklariert zu werden hat auch seinen T\u00fccken, da die Gefahr einer zunehmenden \u00dcberheblichkeit und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung erh\u00f6ht wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.der-pragmatiker.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/pic_logo_pace_6.gif\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-44\" src=\"https:\/\/www.der-pragmatiker.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/pic_logo_pace_6-300x120.gif\" alt=\"Vergleichender Wettbewerb\" width=\"273\" height=\"109\" \/><\/a>Wenn man sich sportliche Wettbewerbe vor Augen h\u00e4lt, so sind hier gewisse Regeln aufgestellt, die jedem Sportler die gleichen Regeln aufzwingen, um im vergleichenden Wettbewerb mit anderen Sportlern faire Voraussetzungen zu schaffen und eine gewisse Chancengleichheit zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nRegeln wie z.B. gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, gleiche Strecke, gleiches Wetter, gleiche Wettkampfger\u00e4te oder Sportutensilien. Und es gibt Schiedsrichter, die Regelverst\u00f6sse ahnden.<\/p>\n<p>Diese Regeln und Schiedsrichter beinhaltet der Alltag nicht. Um sich im Alltag mit einem anderen Menschen im Sinnen von besser oder schlechter &#8211; egal auf welchem Gebiet &#8211; zu vergleichen, m\u00fcssten in Bezug auf Seri\u00f6sit\u00e4t und Chancengleichheit gleiche Voraussetzungen gegeben sein. Voraussetzungen wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Gleiche Eltern, gleiche Erziehung,<\/li>\n<li>gleiche Ausbildung, gleiches privates wie berufliches Netzwerk,<\/li>\n<li>gleiche Lebenserfahrung, gleiches soziales Umfeld,<\/li>\n<li>gleiche k\u00f6rperliche Konstitution, gleicher Biorhythmus,<\/li>\n<li>gleiche ethische und moralische Ansichten,<\/li>\n<li>die gleichen psychischen Macken, \u00c4ngste und Vorurteile, &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8230; um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass allein nur die eben genannten Kriterien im vergleichenden Wettbewerb erf\u00fcllt werden, geht gegen null.<br \/>\nSich mit anderen im Sinne von besser \u2013 schlechter, sch\u00f6ner \u2013 h\u00e4sslicher &#8230;. usw. vergleichen zu wollen, ist genauso unsinnig wie der Versuch, mit einem Eimer ohne Boden Wasser zu transportieren.<\/p>\n<p>Das Einzige, was man sachlich und ruhig feststellen kann und Sinn macht, ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Die andere Person ist anders als ich.<\/li>\n<li>Die andere Person hat sich so verhalten, dass sie in dieser speziellen Situation besser, erfolgreicher, sch\u00f6ner, \u2026 ist als ich.<\/li>\n<li>Die andere Person hat sich so verhalten, dass sie sich spezielle Situationen erschaffen hat, um besser, erfolgreicher, sch\u00f6ner, gl\u00fccklicher, zufriedener, \u2026 sein zu k\u00f6nnen als ich.<\/li>\n<li>Was man generell feststellen kann, sind auf Zahlen basierende Vergleichsergebnisse. Diese sagen jedoch nichts dar\u00fcber aus, unter welchen Bedingungen und mit welchen erlaubten oder unerlaubten Hilfsmitteln sie eine Person erzeugt hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der einzige Mensch, mit dem man sich vergleichen kann ist man selbst. Nur im Wettbewerb mit sich selbst stimmen alle Regeln, Rahmenbedingungen und Voraussetzungen f\u00fcr einen fairen und gerechten Vergleich.<\/p>\n<p>Und wie vergleicht man sich mit sich selbst?<br \/>\nDas ist ganz leicht: Man vergleicht im Sinne von besser, sch\u00f6ner, erfolgreicher, mutiger toleranter, fleissiger &#8230; und &#8230; und &#8230; und, sein heutiges Denken, Tun und Verhalten in der Gegen\u00fcberstellung zu seinem gestrigen Denken, Tun und Verhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sich mit anderen Menschen im Sinne von &#8222;besser oder schlechter&#8220; zu vergleichen oder von Dritten mit anderen Menschen verglichen zu werden, ist in etwa so absurd, als ob man ein Dreirad f\u00fcr Kleinkinder mit einem Formel 1 Boliden vergleicht. Es geht einfach nicht. 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