Der sinnfreie vergleichende Wettbewerb

 

Sich mit anderen Menschen im Sinne von „besser oder schlechter“ zu vergleichen oder von Dritten mit anderen Menschen verglichen zu werden, ist in etwa so absurd, als ob man ein Dreirad für Kleinkinder mit einem Formel 1 Boliden vergleicht. Es geht einfach nicht. Es gibt kein besser, schlechter, schöner oder hässlicher zwischen den beiden. Das Einzige, was Dreirad und Rennbolide gemeinsam haben, ist, dass man sich mit ihnen sitzend fortbewegen kann.

menschenEin vergleichender Wettbewerb mit anderen Menschen, nur um herauszufinden wer besser, erfolgreicher (für die Firma), schöner oder sonst was ist, gehört in die Rubrik „Kurioses aus der Steinzeit“.

Viele Male im Leben werden wir konfrontiert mit Aussagen wie:

  • Schau hin, die oder der ist besser/schlechter als du,
  • Im Vergleich zu Herrn/Frau X sind Sie ein besserer/schlechterer Verkäufer, Abteilungsleiter, Angestellter,
  • im Vergleich zu XY bist du ein besserer/schlechterer Lebenspartner… und so weiter und so fort.

Solche Aussagen sind nur insofern legitim, als dass es sich um subjektive und oberflächliche Beurteilungen eines Menschen handelt. Und sie sollten auch nur als solche aufgenommen werden.
Es ist einfach nur die Information eines Menschen die einen erreicht. Sie kann dienlich sein – oder auch nicht. Sie soll aber auf keinen Fall als negativ oder schädlich empfunden und aufgenommen werden. Das bringt nur den Verlust von Selbstvertrauen, fördert eine schwache Persönlichkeit oder ruft Stressreaktionen, Burnout, Überlebensängste, Minderwertigkeitskomplexe, Neid, Eifersucht und Hass hervor. Jedoch ständig als „besser als der/die andere“ deklariert zu werden hat auch seinen Tücken, da die Gefahr einer zunehmenden Überheblichkeit und Selbstüberschätzung erhöht wird.

Vergleichender WettbewerbWenn man sich sportliche Wettbewerbe vor Augen hält, so sind hier gewisse Regeln aufgestellt, die jedem Sportler die gleichen Regeln aufzwingen, um im vergleichenden Wettbewerb mit anderen Sportlern faire Voraussetzungen zu schaffen und eine gewisse Chancengleichheit zu gewährleisten.
Regeln wie z.B. gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, gleiche Strecke, gleiches Wetter, gleiche Wettkampfgeräte oder Sportutensilien. Und es gibt Schiedsrichter, die Regelverstösse ahnden.

Diese Regeln und Schiedsrichter beinhaltet der Alltag nicht. Um sich im Alltag mit einem anderen Menschen im Sinnen von besser oder schlechter – egal auf welchem Gebiet – zu vergleichen, müssten in Bezug auf Seriösität und Chancengleichheit gleiche Voraussetzungen gegeben sein. Voraussetzungen wie:

  • Gleiche Eltern, gleiche Erziehung,
  • gleiche Ausbildung, gleiches privates wie berufliches Netzwerk,
  • gleiche Lebenserfahrung, gleiches soziales Umfeld,
  • gleiche körperliche Konstitution, gleicher Biorhythmus,
  • gleiche ethische und moralische Ansichten,
  • die gleichen psychischen Macken, Ängste und Vorurteile, …

… um nur einige zu nennen.

Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass allein nur die eben genannten Kriterien im vergleichenden Wettbewerb erfüllt werden, geht gegen null.
Sich mit anderen im Sinne von besser – schlechter, schöner – hässlicher …. usw. vergleichen zu wollen, ist genauso unsinnig wie der Versuch, mit einem Eimer ohne Boden Wasser zu transportieren.

Das Einzige, was man sachlich und ruhig feststellen kann und Sinn macht, ist:

  • Die andere Person ist anders als ich.
  • Die andere Person hat sich so verhalten, dass sie in dieser speziellen Situation besser, erfolgreicher, schöner, … ist als ich.
  • Die andere Person hat sich so verhalten, dass sie sich spezielle Situationen erschaffen hat, um besser, erfolgreicher, schöner, glücklicher, zufriedener, … sein zu können als ich.
  • Was man generell feststellen kann, sind auf Zahlen basierende Vergleichsergebnisse. Diese sagen jedoch nichts darüber aus, unter welchen Bedingungen und mit welchen erlaubten oder unerlaubten Hilfsmitteln sie eine Person erzeugt hat.

Der einzige Mensch, mit dem man sich vergleichen kann ist man selbst. Nur im Wettbewerb mit sich selbst stimmen alle Regeln, Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für einen fairen und gerechten Vergleich.

Und wie vergleicht man sich mit sich selbst?
Das ist ganz leicht: Man vergleicht im Sinne von besser, schöner, erfolgreicher, mutiger toleranter, fleissiger … und … und … und, sein heutiges Denken, Tun und Verhalten in der Gegenüberstellung zu seinem gestrigen Denken, Tun und Verhalten.

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